Harlingerode PUR e.V.

Harlingerode ist am Zug!

Bericht (PDF, 32 Seiten, ca. 4 MB)

Update: Die Entscheidung, ob ein Haltepunkt Harlingerode machbar ist, wird im Herbst 2021 fallen.

Aktuell ist die Anbindung Harlingerodes an den Ost-West-Regionalverkehr ungenügend. Zwar besteht mit der Buslinie 810 eine gute Direktverbindung nach Oker und der Goslarer Innenstadt, sie scheitert jedoch deutlich an den Anschluss an die Bahn Kreiensen–Bad Harzburg, über die der Westkreis mit Langelsheim und Seesen direkt sowie weitere Ziele wie Osterode indirekt erschlossen werden. Zudem gibt ein direkter Bahnanschluss Sicherheit in der Beförderung außerhalb der Hauptverkehrszeiten, da hier der innerstädtische Busverkehr in seiner Taktung noch ungünstiger für den Pendelverkehr wird.

Darum steht der Vorschlag, einen Haltepunkt in Harlingerode neu zu errichten. Es ist dabei aus mehreren Gründen nicht sinnhaft, den alten Standort des Personenbahnhofs am Ende des Fleischerwegs zu wählen: Das Grundstück wird von mehreren Familien bewohnt, zudem ist weder die Erreichbarkeit durch Busse noch die Attraktivität durch weitere Infrastruktur gegeben. Stattdessen schlägt Harlingerode PUR einen Bau nördlich des jetzigen Penny-Parkplatzes vor. Der Standort ist zentral in der Ortsmitte gelegen und bereits bestmöglich durch angrenzende Nahversorgungsmärkte abgedeckt. Eine Einrichtung eines nahen Busanschlusses ist vergleichsweise kostengünstig auf der jetzigen Parkplatzfläche möglich, die prinzipiell die Fläche für eine Wendeschleife bietet. Es handelt sich also indirekt auch um einen Ansatz zur Weiterentwicklung des Nahversorgungszentrums in Harlingerode.

Juli 2021: Dorfstammtisch vom 7. Juli 2021

Unser erster Dorfstammtisch seit Oktober 2020 enthielt auch eine lebhafte Präsentation und Debatte über den Stand zum Haltepunkt-Vorschlag in Harlingerode. In der Präsentation wurde ein Vergleich zum bereits bestehenden Busverkehr im Ort gezogen, die Vorteile nachweislich erläutert und ein Ausblick auf die momentane Situation gegeben.

Hierbei ging es noch nicht um die Frage, wo genau der Haltepunkt steht, sondern unter welchen Bedingungen er überhaupt machbar ist. Da wir bereits wissen, dass hierzu schneller beschleunigende Züge notwendig sind, ist eine entscheidende Bedingung der Wechsel auf Züge mit E-Antrieb; dies kann entweder über den Betrieb mit einem Akku geschehen, oder im klassischen Oberleitungsbetrieb.

Da im Stammtisch das Thema Wasserstoff/Brennstoffzellen als Möglichkeit hervorgehoben wurde, hat PUR den Regionalverband Braunschweig bezüglich dieser Frage kontaktiert. Die Antwort ist, dass mit brennstoffzellenbetriebenen Zügen ein Haltepunkt in Harlingerode voraussichtlich nicht möglich ist, da diese fahrdynamische Leistungskurven aufweisen, die bei weitem nicht an die von Zügen mit Stromversorgung über Oberleitung oder Batterie heranreichen. (Detlef Haßelmann, 12. Juli 2021).

Präsentation vom 7. Juli 2021 zum Download [23 MB]

Mai 2021: Goslarsche Zeitung - Vorerst kein Bahnhof für Harlingerode

Die gute Nachricht zuerst: Ein Haltepunkt Harlingerode ist realistisch – unter Bedingungen, deren Begründung bereits erwartbar war: Die RB 82 ist zu eng getaktet und hat keine Zeit, in Harlingerode zwischenzuhalten. Die DB Netz AG prüfte im Rahmen seines Projekts Stationsoffensive bereits in den 2010er-Jahren die Machbarkeit eines Bahnhaltepunkts im Ort und lehnte diese wegen der zu geringen Wendezeit der RB 82 in Bad Harzburg ab.

Aktuell prüft der Regionalverband Großraum Braunschweig aber eine Variante, die für die Bahn im Nordharz allgemein eine Neuerung bedeuten würde: Der Einsatz von Elektrotriebwagen ist auf der Strecke zwischen Göttingen und Bad Harzburg in der Diskussion. Sie erlauben bei gleicher Zahl an Halten eine höhere Reisegeschwindigkeit dank besserer Beschleunigung, sodass ein Haltepunkt in Harlingerode im Rahmen eines solchen Projekts machbar ist. Dies wird im Rahmen des Nahverkehrsplan 2030+ erwogen.

Die endgültige Entscheidung, ob dieser Vorschlag und im Zusammenhang auch ein Haltepunkt in Harlingerode angenommen wird, wird voraussichtlich diesen September fallen.

April 2021: Goslarsche Zeitung - Hält in Harlingerode bald wieder der Zug?

Einen ersten Zwischenstand konnten wir im April 2021 in der Goslarschen Zeitung geben. Wir sind die ersten Schritte gegangen, doch diese sollte man sich sinnbildlich eher als Teil einer kilometerlangen Wanderstrecke vorstellen. Es werden viele Zwischenstationen mit verschiedenen Beteiligten nötig sein, bei denen immer wieder kleinere Probleme und Konflikte auftreten können. Das ist aber normal, und wichtig ist es, diese offen zu addressieren. Aktuell stehen folgende Fragen im Raum: Die Finanzierung des gesamten Konzepts, die Grundstücksfrage (Penny-Parkplatz als Buswendestelle, ehemaliger Gleiskörper südlich des Bahnhofs für den eigentlichen Haltepunkt) und die Eingliederung in den Fahrplan der RB 82, bei dem sich mittlerweile herausgestellt hat, dass ein Haltepunkt Harlingerode nicht mit dem aktuellen Fahrplan vereinbar ist (u.A. zu kurze Wendezeit im Bahnhof Bad Harzburg).

Diese Baustellen sind allesamt von sehr großer Dimension. Darum muss man davon ausgehen, dass - wenn das Thema tatsächlich politisch angenommen wird - mit einer Planungszeit von mehreren Jahren zu rechnen ist. Im Vergleich dazu ist unser Vorschlag mit nicht mal einem halben Jahr sehr jung. Insofern gilt bei diesem Thema nun: Geduld.

Verbindungen

Zum einen würde Harlingerode an die schon bestehende RB 82 angebunden werden. Das bedeutet ein umsteigefreies Fahren durch den nördlichen Landkreis Goslar im VRB-Tarif und im Stundentakt (Oker, Goslar, Langelsheim und Seesen) und eine zweistündige Direktverbindung nach Göttingen. Kreiensen wird ebenfalls stündlich durch die RB 82 bedient und ist ein Netzknoten für den Regionalverkehr mit einer Verbindung nach Paderborn (über Holzmindne und Höxter) und Uelzen (über Hannover und Celle).

Zudem ist langfristig denkbar, die in Bad Harzburg endende RB 42 nach Goslar zu verlängern, während die RB 43 auf eine Route über Salzgitter-Bad verlegt wird. Der Regionalverband Großraum Braunschweig listet diese Möglichkeit in ihrem Entwurf zu einem Zukunftskonzept auf. Sollte dieses tatsächlich realisiert werden, ist in Harlingerode zusätzlich eine umsteigefreie Fahrt nach Braunschweig möglich. Dies ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulativ.

Planungsdauer

Natürlich nimmt eine solche Planung einen sehr langen Zeitraum in Anspruch, und diese Idee ist wahrlich nicht kompromisslos. Im Rahmen der bundesweit absehbaren Entwicklung vom reinen Individualverkehr hinweg bietet dieser Vorschlag aber die Möglichkeit, ein sinnvolles Rückgrat nicht nur für den ÖPNV in Harlingerode, sondern auch den Stadtteilen Göttingerode und Schlewecke zu werden.

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