Harlingerode PUR e.V.

Harlingerode ist am Zug!

Bericht (PDF, 32 Seiten, ca. 4 MB)

Aktuell ist die Anbindung Harlingerodes an den Ost-West-Regionalverkehr ungenügend. Zwar besteht mit der Buslinie 810 eine gute Direktverbindung nach Oker und der Goslarer Innenstadt, sie scheitert jedoch deutlich an den Anschluss an die Bahn Kreiensen–Bad Harzburg, über die der Westkreis mit Langelsheim und Seesen direkt sowie weitere Ziele wie Osterode indirekt erschlossen werden. Zudem gibt ein direkter Bahnanschluss Sicherheit in der Beförderung außerhalb der Hauptverkehrszeiten, da hier der innerstädtische Busverkehr in seiner Taktung noch ungünstiger für den Pendelverkehr wird.

Darum steht der Vorschlag, einen Haltepunkt in Harlingerode neu zu errichten. Es ist dabei aus mehreren Gründen nicht sinnhaft, den alten Standort des Personenbahnhofs am Ende des Fleischerwegs zu wählen: Das Grundstück wird von mehreren Familien bewohnt, zudem ist weder die Erreichbarkeit durch Busse noch die Attraktivität durch weitere Infrastruktur gegeben. Stattdessen schlägt Harlingerode PUR einen Bau nördlich des jetzigen Penny-Parkplatzes vor. Der Standort ist zentral in der Ortsmitte gelegen und bereits bestmöglich durch angrenzende Nahversorgungsmärkte abgedeckt. Eine Einrichtung eines nahen Busanschlusses ist vergleichsweise kostengünstig auf der jetzigen Parkplatzfläche möglich, die prinzipiell die Fläche für eine Wendeschleife bietet. Es handelt sich also indirekt auch um einen Ansatz zur Weiterentwicklung des Nahversorgungszentrums in Harlingerode.

April 2021: Goslarsche Zeitung - Hält in Harlingerode bald wieder der Zug?

Einen ersten Zwischenstand konnten wir im April 2021 in der Goslarschen Zeitung geben. Wir sind die ersten Schritte gegangen, doch diese sollte man sich sinnbildlich eher als Teil einer kilometerlangen Wanderstrecke vorstellen. Es werden viele Zwischenstationen mit verschiedenen Beteiligten nötig sein, bei denen immer wieder kleinere Probleme und Konflikte auftreten können. Das ist aber normal, und wichtig ist es, diese offen zu addressieren. Aktuell stehen folgende Fragen im Raum: Die Finanzierung des gesamten Konzepts, die Grundstücksfrage (Penny-Parkplatz als Buswendestelle, ehemaliger Gleiskörper südlich des Bahnhofs für den eigentlichen Haltepunkt) und die Eingliederung in den Fahrplan der RB 82, bei dem sich mittlerweile herausgestellt hat, dass ein Haltepunkt Harlingerode nicht mit dem aktuellen Fahrplan vereinbar ist (u.A. zu kurze Wendezeit im Bahnhof Bad Harzburg).

Diese Baustellen sind allesamt von sehr großer Dimension. Darum muss man davon ausgehen, dass - wenn das Thema tatsächlich politisch angenommen wird - mit einer Planungszeit von mehreren Jahren zu rechnen ist. Im Vergleich dazu ist unser Vorschlag mit nicht mal einem halben Jahr sehr jung. Insofern gilt bei diesem Thema nun: Geduld.

Verbindungen

Zum einen würde Harlingerode an die schon bestehende RB 82 angebunden werden. Das bedeutet ein umsteigefreies Fahren durch den nördlichen Landkreis Goslar im VRB-Tarif und im Stundentakt (Oker, Goslar, Langelsheim und Seesen) und eine zweistündige Direktverbindung nach Göttingen. Kreiensen wird ebenfalls stündlich durch die RB 82 bedient und ist ein Netzknoten für den Regionalverkehr mit einer Verbindung nach Paderborn (über Holzmindne und Höxter) und Uelzen (über Hannover und Celle).

Zudem ist langfristig denkbar, die in Bad Harzburg endende RB 42 nach Goslar zu verlängern, während die RB 43 auf eine Route über Salzgitter-Bad verlegt wird. Der Regionalverband Großraum Braunschweig listet diese Möglichkeit in ihrem Entwurf zu einem Zukunftskonzept auf. Sollte dieses tatsächlich realisiert werden, ist in Harlingerode zusätzlich eine umsteigefreie Fahrt nach Braunschweig möglich. Dies ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nur spekulativ.

Planungsdauer

Natürlich nimmt eine solche Planung einen sehr langen Zeitraum in Anspruch, und diese Idee ist wahrlich nicht kompromisslos. Im Rahmen der bundesweit absehbaren Entwicklung vom reinen Individualverkehr hinweg bietet dieser Vorschlag aber die Möglichkeit, ein sinnvolles Rückgrat nicht nur für den ÖPNV in Harlingerode, sondern auch den Stadtteilen Göttingerode und Schlewecke zu werden.

Harlingerode ist am Zug! – Harlingerode PUR e.V.